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Fitz Roy - Supercanaleta

 

Nachricht von Toni!!!

Diesmal melde ich mich ein Mal zu Wort und möchte alle Daheimgebliebenen, insbesondere meine Familie grüßen!

Ja, wir standen auf dem Fitz Roy! Und es war total super!

Am Montag sind wir gegen zehn Uhr morgens aufgebrochen in El Chalten. Durch das Torre-Tal sind wir erst zum Niponimo-Biwak, welches genau in der Mitte zwischen dem Norweger- und dem Polen-Biwak liegt, gegangen. Dort hat uns Markus etwas leckeres gekocht. Eine spezielle Pampe aus Nudel, Reis und sonst noch was. Keine Ahnung, aber geschmeckt hat es!

Nach etwas Pause ging es dann gleich weiter. Wir mussten über den "Sitting Man" drüber. Das ist ein riesiger Felsrücken, der den Torre-Gletscher vom Fitz Roy-Nordgletscher trennt. Der Felsklotz sieht wirklich aus, als ob da einer sitzt und runterschaut. Wahnsinn! Wir sind dann über eine Traverse über ein Schneeband rauf auf den Kopf des sitzenden Mannes. Von da aus ging es über den Nordgletscher rüber zum Einstieg in die "Supercanaleta".


Kurz danach fuhr mir der Schreck in die Glieder! Markus verschwand urplötzlich in einer Randspalte. Zum Glück reagierte er richtig und hielt sich mit seinen beiden Armen rechts und links fest. Der Irre! Stapft da voll in ein Loch...

Okay, jetzt zu unserer "Supercanaleta". Die macht ihrem Namen alle Ehre. Ganze 1.700 Meter ist das Teil lang - ein ganz schönes Stück. Wir sind um ein Uhr nachts losgeklettert. Die ersten 1.000 Höhenmeter stiegen wir nur im Eis. Ein riesiger Eisschlauch zieht da nach oben. Einfach unglaublich.

Das Gelände ist nicht wirklich schwer. Aber unendlich lang und meist 60 bis 70 Grad steil mit ein paar schwierigeren Aufschwüngen. Im unteren Teil war es sehr feucht. Das Wasser ist nur so runtergelaufen. Für mich war es im Gegensatz zu unserem "Österreichische Eisklettermeister Markus" die erste Tour im Eis! Mir haben vielleicht die Waden gebrannt, so ungewohnt war die Belastung. Oben wurde es dann immer besser. Aber ein Kilometer in der Wand kann ganz schön lang werden...;-)

Wir sind die ganze Nacht durch geklettert. Und dann auch noch viel zu weit! Wir Idioten, man muss nämlich bevor der Eis-Gully aufhört nach rechts ausqueren. Das haben wir verpasst. Also mussten wir wieder drei Seillängen abseilen. Weil es ja soooo lustig ist. Gerade wenn es total finster ist...

Aber nach unserer Eistour ging es erst richtig los! Es folgten 20 Seillängen. Teilweise hatten wir es mit Kombi-Gelände zu tun, aber auch mit super Rissklettereien.

Als es wieder hell wurde, so gegen sechs Uhr morgens, kletterten wir bereits im oberen Teil. Dabei kommt man sich vor wie eine kleine Maus einem Labyrinth. Der Berg ist so riesig, eine eigene Dimension. Du kletterst und kletterst und glaubst du kommst nicht vom Fleck. Das ist echt unglaublich! Gut, dass der Höhenmesser unserer Polar-Uhr uns zumindest vermitteln konnte, dass wir höher kamen...


In diesem Mixed-Gelände fühlte sich Markus wie zu Hause im Maltatal. Da ist er echt super schnell. Und das war auch keine einfache Kletterei, die wir da Seillänge um Seilänge gut voran kamen.

Weiter oben in der Route kommt man an einen Grat. Dort kannten wir uns auf ein Mal gar nicht mehr aus. Nach einigem Hin und Her fanden wir dann doch noch die ideale Linie. Naja, zwei Bergführer am Weg müssen ja was finden...;-)

Oben am Grat wehte dann schon wieder ein starker Wind. Wie soll es hier unten auch anders sein. Dafür war das Gelände Richtung Gipfel recht leicht. Zum Glück, denn die Müdigkeit setze sich immer mehr durch.

Die Aussicht war perfekt und belohnte uns für die Schinderei. Um sechs Uhr am Abend auf dem Gipfel zu stehen war einfach gewaltig! Die Freude war groß, denn ich stand im Gegensatz zu Markus das erste Mal auf dem Fitz Roy. Markus das zweite Mal nachdem er den Berg 2000 über die "Franco Argentine"-Route geklettert ist.